BIG RACE - IRONMAN AUSTRIA Klagenfurt 140.6

.07.2022 .... 4 Uhr .... der Wecker klingelt - eine verdammt kurze Nacht!

raceday .... in Klagenfurt am Wörthersee

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Ein gemütliches Frühstück mit der Familie war Pflicht. Ich wollte keinen unnötigen Stress im

Vorfeld, denn bei einer Langdistanz gelten wie immer andere Gesetze.​​​​​​​​


Meine Familie - Supportcrew Nr.1 und meine Triathlonfreunde - Supportcrew 2 machten sich

gleichzeitig mit uns auf den Weg zum Satrt. Das Rad wurde in der Wechselzone nochmals kontrolliert, Luft in die Reifen gegeben und die Nahrung am Rad eingefüllt und den Rest in den Säcken platziert. Es war sichtlich die Anspannung aller Athleten in der Wechselzone zu spüren. Chillige Musik lief im Hintergrund, doch diese hatte keinen Einfluss auf die hektischen Athleten ;-) Aufregung war natürlich da, wollte aber keiner zeigen. Ich sags mal so, ich hatte eine Grundanspannung - die war vorhanden und ich war eher still ...was bei mir normalerweise selten der Fall ist.



Ich teilte den Weg zum Strandbad mit 2500 Athleten. DieStimmung war einzigartig. Meine Support Crew wartete bereits auf mich und gaben mir noch richtig Motivation. Mit Fragen wie, wer hat einen Hunger? Möchte wer einen Caffee oder ein Bierchen? Wir gehen mal eine Runde und schauen ein bisschen was los ist - ich dachte nur, was geht den hier ab.




Es war jedoch wichtig, denn Sie sorgten für gute Stimmung und Abwechslung. Denn

langsam erhöhte sich auch mein Puls. Der Aufruf, die Athleten mögen sich in den

Startbereich stellen kam schneller als gedacht. Mit der richtigen Startwelle - Schwimmzeit 1h:10-

1h:15 ohne Neopren, stellte ich fest, einige Athleten wurden nervös. Ich war schon gut

vorbereitet, ohne Neo zu schwimmen und somit freute ich mich, dass es endlich losging. Bei

26°C Wassertemperatur viel der Startschuss pünktlich um 7:00 Uhr und das Rennen begann.






Es fühlte sich so genial an - das Schwimmen- es war der Hammer - nach 1h14:00 kam ich mit gutem

Gefühl aus dem Wasser und ab ging es in die Wechselzone .... what a race ​​​​​​​​


Der Wechsel vom Schwimmen aufs Rad klappte wie am Schnürchen. Klar hätte man den

Wechsel etwas schneller durchführen können, aber gut gereinigte Füße und Socken waren mir

wichtiger als 3 Minuten schneller. Rauf aufs Bike und ab auf die 190 km lange aber herrliche

Rundstrecke. Doch es kommt immer anders als geplant. Alles aber auch wirklich alles hatte ich

beim Rad kontrolliert, geprüft, eingestellt und getestet. Doch nach ca. 20 km wollte ich mir aus

meinem Trinksystem meine Nahrung zuführen. Klappte natürlich nicht. Ich zog an dem Schlauch

herum und das auf der Schnellstraße bei einem Schnitt von 30 km/h. Natürlich zog ich den

Schlauch komplett aus dem System und das ganze Schwappte über mein Rad und natürlich über

meine Hände. Verklebt und etwas genervt schaffte ich es den Schlauch wieder an System

anzuschließen - jedoch fehlte mir bereits Nahrung und das Rad wie auch ich klebten zusammen

wie ein TEAM.


Naja - wenn es nur das geblieben wäre. Bei der Labe reinigte ich mein Bike und

mich mit Wasser. Somit konnte ich wieder halbwegs geregelt weiterfahren. Doch nach ca. 90km kam

der nächste Defekt. Die Kette ging bei jedem Tritt durch, nur gewisse Gänge ließen sich

vernünftig fahren. Aber das ging natürlich auf die Substanz und somit auf einen Leistungsverlust.


Doch ich blieb fokussiert und wollte nur den Bikesplitt, den bevorstehenden Roberti Berg und

mich heil in die Wechselzone bringen. Gesagt getan ...... nach 6h10Minuten schaffte ich es in die

Wechselzone und ich konnte somit den bevorstehenden Marathon laufen.


Der Wechsel in dieLaufschuhe klappte auch wie geplant und der Marathon stand nun bevor. Die ersten beiden Kilometer gingen recht flott aber auch etwas zu schnell vorbei. Ich musste meine Geschwindigkeit anpassen. Denn 34°machen aus einem Marathon, einen Wandertag. Dies wollte ich unbedingt vermeiden und so behielt ich meinen Plan immer im Auge. Laufe nicht schneller als 5:15 min und nicht langsamer als 6:00 min pro Kilometer. Der Halbmarathon ging somit solide von statten und

ich fühlte mich stark. Ich ging wie geplant bei jeder Labstation, kühlte mich ab, nahm Trinken,

Salz und Essen auf und lief dann wieder weiter zur nächsten Labe.


Es war eine Hitzeschlacht, die jedem Athleten zusetzte. Profis mussten der Hitze Tribut zahlen und auch den Age Groupern ging es wahrlich nicht gut. Eigentlich Wahnsinn was sich hier abspielte. Keinem wünschte ich das, doch es stärkte mich im meinem Tun umso mehr. Mein Plan funktionierte, mein Trainingsplan stimmte, ich war am richtigen Weg. Ein bereits bekannter Wadenschmerz legte jedoch fast meine Strategie nach 23km lahm. Meine Einstellung, meine mentale Stärke, mein Fokus haben den Schmerz geistig wegdenken können. Somit war es, dass plötzlich 30 km auf der Uhr stand und ich lief noch immer.


Aber ich wusste, 30 km sind kein Marathon und es kann das Rennen schneller vorbei sein als ich es mir wünschte.


Doch der altbekannte Hammer bleib aus. Welch Überaschung. Nach jeder Labe lief ich wieder weiter, zwar mit Schmerzen und etwas langsamer, aber ich lief und lief. Dann waren es nur noch 5km - quasi ein Hupfer - 25 Minuten können aber verdammt lange sein.


Schritt für Schritt kam ich dem Zielbogen immer näher. Die Zuschauer pushten wie verrückt. Ich war in einer Gefühlsachterbahn unterwegs, die ich so nicht kannte. Das Laufen endete mit Tränen vor Freude, Luftringend und irgendwie nicht in dieser Welt. Ich umarmte die Familie und Freunde am Streckenrand neben dem Zieleinlauf. Es war der Wahnsinn - Gänsehautfeeling pur. Das Ziel kam immer nähr. Das Puplikum im Zielkanal trugen mich förmlich ins Ziel. Und dann, die Worte ...


YOU are an IRONMAN - es war einfach der Hammer ...... 11h 58min ... first IRONMAN ...what a race !!!

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